Walk The Line. Neue Wege in der Zeichnung

Nein, es geht nicht darum, den moralisch richtigen Weg zu gehen, und auch nicht um Johnny Cash. Walk the line im Kunstmuseum Wolfsburg ist die Fortsetzung der Ausstellungsstrategien, die Wurzeln und die Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst zu erforschen, diesmal auf dem Feld der Zeichnung. 105 Werke von 37 Künstlerinnen und Künstlern hat der Kurator der Ausstellung Dr. Holger Broeker zusammengetragen.

Die Zeichnung ist die älteste Form künstlerischen Schaffens. Was mit ornamentalen Motiven an Gebrauchsgegenständen und Schattenrissen an Höhlenwänden begann, war schon in der Frühzeit künstlerischen Schaffens das intellektuellste Arbeiten mit dem Bild überhaupt: die Abstraktion. Schon die ersten Zeichner wollten nicht die Abbildung des Gesehenen. Sie wählten die Linie als die gegenstandsloseste Form, um Erfahrung, Entdeckung, Erlebnis und Erwartung zu vermitteln. Wenn das Zeichnen später zur Hilfstechnik der Maler wurde, verlor sie ihre Hauptrolle auf der Bühne des Kunstgeschehens, ihre spirituelle Rolle war ihr nicht zu nehmen.


Bilder aus der Ausstellung. Foto © Manfred Wolff

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Die Linie hat sich nicht nur in den bildhaften Arbeiten erhalten, in ihrer abstraktesten Form, der Schrift, ist sie unverzichtbares Medium jedweder Kultur schlechthin geworden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich seit den 1960er Jahren die Künstler wieder diesem Sujet zuwandten und in kühnen Experimenten nicht nur die Zeichnung widerbelebten, sondern ihr auch neue Perspektiven eröffneten, die von der Spur des Zeichengeräts auf der Fläche in den Raum und die Zeit verweisen.

Zeichnen gilt als „Denken mit dem Stift“. Die Wolfsburger Ausstellung zeigt nicht nur das Narrative des Schreibens, der Bildkürzel. Durch die Einbeziehung des Raumes wird die Abstraktion begehbar, neue Materialien, die zur Linie gefügt werden oder die Linie in ihrem Wesen haben, lenken den Blick auf die Allgegenwärtigkeit der Linie, als Lichtspur formen die Linien Räume neu und verschränken die Wirklichkeit mit phantastischen Welten. „Was geht Leute?“ fragt am Eingang zur Ausstellung Christian Jankowski in einer Neonschrift, und mit jedem Schritt erfährt der Besucher: es geht sehr viel, viel Neues und viel Unerwartetes.

Diese Künstler sind an der Ausstellung beteiligt: Katie Armstrong, Il-Jin Atem Choi, Awst&Walther, Mario BieRende, Karoline Bröckel, Angela Bulloch, Marcel Dzama, Fred Eerdekens, Friederike Feldmann, Christine Gensheimer, Gregor Hildebrandt, Katharina Hinsberg, Christian Jankowski, Zilvinas Kempinas, William Kentridge, Byungjoo Lee, Pia Linz, Alison Moffett, Keita Mori, Lada Nakonechna, Carsten Nicolai, Pavel Pepperstein, Raymond Pettibon, Christian Pilz, Jen Ray, Alexander Roob, Yehudit Sasportas, Simon Schubert, Nedko Solakov, Troika, Mariana Vassileva, Jorinde Voigt, Tim Wolff, Ralf Ziervogel.

Walk The Line. Neue Wege der Zeichnung
Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
26.4. bis 16.8.2015
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Tageskarte 8 €, ermäßigt 5€

www.kunstmuseum-wolfsburg.de

25.04.2015

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