Der Weg die Donau entlang … Bayernfahrtbericht 2

… führte uns nach Passau, nicht über die Autobahn, sondern auf der Bundesstraße, um auch etwas von der bayrischen Lebensart mitzubekommen. In Straubing sollte ein erstes Zwischenziel erreicht werden, um der berühmten Agnes Bernauer zu gedenken, die von ihrem Schwiegervater in der Donau ertränkt  wurde, weil sie für einen bayrischen Prinzen nicht standesgemäß war. Wir mussten unverrichteter Dinge weiterfahren, denn die Stadt war komplett zugeparkt.

Also weiter nach Vilshofen! Das war mal für mich ein wichtiger Ort, denn dort hielt ich zum ersten Mal eine politische Rede vor einem mir unbekannten Publikum. In dem berühmten Wolferstetter Keller, in dem Strauß seine politischen Aschermittwoche zelebrierte, stand ich da an demselben Pult, das auch Strauß diente, und erklärte 1967 den SPD-Genossen die Vorzüge der großen Koalition. Ich kam zu der Ehre, weil mein damaliger Chef, der eigentlich dafür vorgesehen war, plötzlich erkrankte und nun mich ins Rennen schickte. Ich wäre gern noch mal in den Keller gegangen, aber der hat nur am Mittwoch und am Wochenende geöffnet, und es war ja Montag … So ging es nach einer Kaffeepause am Markt weiter nach Passau.

Das Hotel König, wo wir wohnten, liegt direkt am Donaufer, hat eine eigene Tiefgarage, ist von der Altstadt nur zehn Minuten zu Fuß entfernt, im ganzen Haus barrierefrei. Unser Zimmer im 3. Stock bot einen bezaubernden Blick auf die Donau. Im Zimmer gab es eine besondere Attraktion: an den Seiten der Betten waren unter dem Seitenbrett Lampen angebracht, die mittels eines Bewegungsmelders ansprangen, wenn man das Bett verließ. Eine geniale Lösung für die Nacht! Wir haben am Nachmittag den nahen Dom besichtigt und einen ausgiebigen Bummel durch die Altstadt unternommen.

Am darauffolgenden Morgen gab es dann eine besondere Überraschung. Wir konnten im Dom einem Orgelkonzert mit Werken von Bach und Buxtehude zuhören. Die Domorgel ist die größte Kirchenorgel in Deutschland, und der Organist verstand sein Handwerk. Nach dem Konzert haben wir uns zum Dreiflüsseeck begeben. Die kleine schwarze Ils ist von dort leider nicht zu sehen, dafür aber der Inn, der mit seinem grünen Wasser sich das Flussbett mit der blauen Donau teilt.

Ich wäre dann gern noch zum Kloster Maria hilf auf der anderen Seite des Inn gefahren, denn dort hatte ich 1977 eine Affäre mit einer Ursulinerin, und das in der Beichtvaterwohnung. Leider war die Straße da hinauf wegen Bauarbeiten gesperrt, und die 321 Stufen der Büßertreppe wollte ich mir angesichts meiner COPD nicht antun, wenngleich das angesichts der begangenen Sünden vielleicht angebracht wäre. So gab es noch eimal einen Stadtbummel und dann am Abend ein paar gemütliche Stunden auf einer Terrasse über der Donau, hier mit kroatischem Essen.

So viel aus Passau, demnächst mehr.

Manfred Wolff

7.10.2018

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